ChatGPT-Sichtbarkeit selbst prüfen: Anleitung in 5 Schritten und warum eine Einzelabfrage täuscht
Sie können ohne Werkzeug herausfinden, ob KI-Assistenten Ihre Firma empfehlen. Es kostet etwa zwei Stunden Handarbeit und funktioniert nur, wenn Sie ein paar Regeln einhalten. Diese Anleitung zeigt den Ablauf, den QueryHalo automatisiert – und wo die Grenzen liegen.
QueryHalo ist ein einmaliges KI-Sichtbarkeits-Audit: 6 neutrale Kaufanfragen gehen an 3 KI-Modelle (GPT, Claude, Gemini), alle 18 Antworten werden mit den genannten Mitbewerbern dokumentiert. Der Website-Check ist kostenlos; der vollständige Bericht kostet einmalig 29 € (3 Audits 59 €, 10 Audits 149 €), dauert meist 1–3 Minuten und liegt als PDF und JSON vor.
Warum eine einzelne Frage in ChatGPT täuscht
Wer einmal „Welcher Anbieter für X ist gut?“ eintippt und die eigene Firma sieht, hält das Thema gern für erledigt. Wer sie nicht sieht, ist alarmiert. Beides ist voreilig, aus vier Gründen.
Erstens sind Antworten probabilistisch: Dieselbe Frage liefert bei Wiederholung andere Marken und eine andere Reihenfolge. Zweitens lenkt die Formulierung: Sobald der eigene Firmenname, die eigene Domain oder ein Alleinstellungsmerkmal in der Frage steht, ist die Antwort keine Empfehlung mehr, sondern eine Bestätigung. Drittens personalisieren Chat-Oberflächen: Verlauf, Memory-Funktionen, Standort und angemeldete Konten färben das Ergebnis. Viertens unterscheiden sich Modelle: GPT, Claude und Gemini nennen bei identischer Frage unterschiedliche Anbieter.
Belastbar wird das Bild erst, wenn Sie mehrere neutrale Fragen über mehrere Modelle stellen und jede Antwort festhalten. Sechs Fragen an drei Modelle ergeben 18 Antworten – genug, um Muster von Zufall zu unterscheiden, und wenig genug, um es an einem Vormittag zu schaffen.
Schritt 1: Kaufsituation festlegen
Schreiben Sie drei Dinge auf, bevor Sie eine Frage stellen: Was bieten Sie an (Kategorie in den Worten Ihrer Kunden, nicht in Ihrem Produktnamen)? Wer soll Sie finden (Zielgruppe, Unternehmensgröße, Branche)? In welchem Markt (Land, Region, Sprache)?
Beispiel: „Buchhaltungssoftware“ für „österreichische Onlinehändler mit 2–20 Mitarbeitern“ in „Österreich“. Diese drei Angaben sind später auch die Eingaben, aus denen QueryHalo seine sechs Fragen bildet.
Schritt 2: Sechs neutrale Fragen formulieren
Formulieren Sie Fragen so, wie ein potenzieller Kunde sie stellen würde, der Sie noch nicht kennt. Der Firmenname darf in keiner Frage vorkommen. Bewährt haben sich sechs Perspektiven:
- Welche Anbieter für [Kategorie] eignen sich am besten für [Zielgruppe] in [Markt]?
- Was sind die Top-5-Lösungen für [Kategorie] in [Markt] und warum?
- Welche [Kategorie]-Lösung bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für [Zielgruppe]?
- Welche Alternativen sollte man vergleichen, wenn man [Kategorie] sucht?
- Welche vertrauenswürdigen Anbieter lösen die wichtigsten Probleme von [Zielgruppe] rund um [Kategorie]?
- Welche spezialisierten oder neueren Marken für [Kategorie] sind in [Markt] empfehlenswert?
Verwenden Sie dieselben sechs Fragen wortgleich für jedes Modell. Sobald Sie Fragen je Modell anpassen, vergleichen Sie nicht mehr Modelle, sondern Formulierungen.
Schritt 3: Jede Frage in jedem Modell frisch stellen
Öffnen Sie für jede Frage einen neuen Chat, damit vorherige Antworten nicht nachwirken. Melden Sie sich möglichst ab oder nutzen Sie ein Konto ohne Verlauf; schalten Sie Memory- und Personalisierungsfunktionen aus, sofern die Oberfläche das erlaubt. Deaktivieren Sie die Websuche, wenn Sie das vorhandene Modellwissen messen wollen – mit aktiver Suche messen Sie zusätzlich, welche Seiten gerade gut ranken, was eine andere Frage ist.
Stellen Sie jede Frage in ChatGPT, Claude und Gemini. Das sind 18 Chats. Kopieren Sie jede Antwort vollständig, nicht nur die Markenliste; die Begründungen zeigen später, welche Eigenschaften die Modelle für relevant halten.
Schritt 4: Antworten protokollieren
Legen Sie eine Tabelle mit einer Zeile pro Antwort an. Die Spalten:
| Spalte | Inhalt | Warum |
|---|---|---|
| Frage | Nummer 1–6 und Wortlaut | Vergleichbarkeit über Modelle |
| Modell | GPT, Claude oder Gemini | Unterschiede je Modellfamilie sichtbar machen |
| Eigene Firma genannt | ja / nein | Kernkennzahl: Anteil an 18 Antworten |
| Position | Rang in der Aufzählung, sonst leer | Erste Nennung zählt in Kaufentscheidungen mehr |
| Genannte Anbieter | Alle Marken in Reihenfolge | Wettbewerbsbild über alle Antworten |
| Begründung | Stichworte aus der Antwort | Hinweise auf fehlende Belege auf Ihrer Website |
Schritt 5: Auswerten und die eigene Website gegenprüfen
Zählen Sie, in wie vielen der 18 Antworten Ihre Firma vorkommt, und zählen Sie je Mitbewerber die Nennungen. Drei Fragen beantworten die Auswertung: Werden Sie überhaupt genannt? Wer wird stattdessen genannt – und in wie vielen Modellen? Welche Eigenschaften begründen die Empfehlungen?
Prüfen Sie anschließend Ihre Startseite so, wie ein Crawler sie sieht: Gibt es einen eindeutigen Seitentitel und eine Meta-Description? Steht in der Hauptüberschrift, was Sie für wen anbieten? Ist die Firma als Organisation, Produkt oder Service in JSON-LD ausgezeichnet? Kommt der Markenname im sichtbaren Text vor? Gibt es zitierfähige Fakten – Zahlen mit Einheit wie Preise, Kundenzahlen, Jahre? Sind robots.txt und optional eine llms.txt erreichbar? Diese acht Kriterien beschreibt die technische Checkliste im Detail.
Was das Ergebnis aussagt – und was nicht
Ein sauber protokollierter Durchlauf ist eine Momentaufnahme des Modellwissens am Prüftag. Er zeigt, ob Sie in kaufnahen Antworten vorkommen und wer den Platz sonst belegt. Er misst nicht, wie viele Menschen diese Fragen tatsächlich stellen, und er garantiert keine künftigen Nennungen. Wiederholen Sie den Durchlauf nach wesentlichen Änderungen an Ihrer Website mit denselben Fragen, dann wird aus der Momentaufnahme ein Verlauf.
QueryHalo automatisiert genau diese fünf Schritte: sechs Fragen ohne Markennamen, drei Modelle, 18 dokumentierte Antworten, Website-Check nach acht Kriterien und ein priorisierter Plan – der Website-Check kostenlos, der vollständige Bericht einmalig 29 €.
Häufige Fragen
Reichen drei Fragen statt sechs?+
Drei Fragen an drei Modelle ergeben neun Antworten; damit lassen sich Zufallstreffer schlechter von Mustern trennen. Sechs Fragen decken zudem unterschiedliche Kaufperspektiven ab – Preis-Leistung, Alternativen, Spezialisten –, in denen Firmen unterschiedlich abschneiden.
Soll ich die Websuche der Modelle einschalten?+
Nur, wenn Sie bewusst messen wollen, welche aktuell gut rankenden Seiten zitiert werden. Für den Ausgangswert „Was weiß das Modell über meinen Markt?“ bleibt die Suche aus. QueryHalo misst ohne Live-Websuche.
Wie oft sollte ich die Prüfung wiederholen?+
Nach wesentlichen Änderungen an Website oder Positionierung, sonst etwa quartalsweise. Häufigere Wiederholungen ohne Änderungen messen vor allem die Schwankung der Modelle.
Was, wenn meine Firma nirgends genannt wird?+
Das ist bei kleineren und jüngeren Anbietern der Normalfall und kein Urteil über Qualität. Sehen Sie sich an, welche Eigenschaften die Modelle bei den genannten Anbietern hervorheben, und prüfen Sie, ob Ihre Website diese Eigenschaften überhaupt belegt.